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Mit großer Trauer, aber auch mit tiefer Dankbarkeit nehmen wir Abschied von Werner Gröger – einem Menschen, der den Sport und insbesondere den Tischtennissport in Mistelbach über Jahrzehnte hinweg mit Herz, Verlässlichkeit und außergewöhnlichem Engagement geprägt hat.
Seine sportliche Laufbahn begann bereits im Herbst 1955, als er neben der Turnsektion auch die neu gegründete Sektion Tischtennis besuchte. Die Trainingsbedingungen in der alten Markthalle waren damals alles andere als komfortabel: Geheizt war lediglich der Aufsichtsraum, und in den kalten Monaten war es kaum vorstellbar, ohne Handschuhe zu spielen. Dennoch war es gerade diese Zeit, die seine Leidenschaft für den Sport formte. Besonders beeindruckt war er vom Verteidigungskünstler Hynek, der ihm zeitlebens in Erinnerung blieb.
Seine erste Anmeldung erfolgte bei der Union Langenlois, wo er kurzfristig für einen ausgefallenen Jugendspieler einsprang – und die Erwartungen prompt erfüllte, indem er die vorgesehenen Einzel gewann. Nach seiner Rückkehr aus Krems fand er, parallel zu seiner Handballzeit in der Landesliga beim SV Laa, wieder zum Tischtennis zurück.
Ab Ende der 1960er Jahre widmete sich Werner Gröger mit großem Einsatz der Nachwuchsarbeit. Bis Mitte der 1990er Jahre betreute er Generationen junger Spielerinnen und Spieler und vermittelte ihnen nicht nur technische Fertigkeiten, sondern auch Disziplin, Fairness und die Freude am Sport. Besonders stolz war er auf die Erfolge von Dober Gerald, Zuber Gerhard und Scherzer Robert, die Spitzenplätze bei Landesmeisterschaften erreichten. Eine Saison lang brachte er zwei seiner Schützlinge regelmäßig zum Auswahltraining nach Kirchberg am Wagram – und nutzte die Wartezeiten gewissenhaft, um als Lehrer Vorbereitungen zu treffen und Korrekturen zu erledigen.
Anfang der 1980er Jahre baute er die Schulmeisterschaften im Bezirk auf und leitete an der Hauptschule 1 Mistelbach eine Neigungsgruppe Tischtennis. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten: Die Mädchen wurden zweimal Landesmeisterinnen, die Knaben Vizemeister. Besonders erfüllend war für ihn, dass einige seiner damaligen Schülerinnen und Schüler bis heute im Verein aktiv sind.
Bis 2012 blieb Werner Gröger selbst aktiver Meisterschaftsspieler. Er war mehrfach Mannschaftsmeister sowie fünfmal Vereinsmeister und nahm auch an Senioren-Europameisterschaften und Weltmeisterschaften teil. Mehrere Jahre war er zudem als Schiedsrichter in der Österreichischen Bundesliga im Einsatz. Darüber hinaus brachte er sich kreativ in die Gestaltung der Festbroschüren zum 50- und 60-jährigen Bestehen der Sektion Tischtennis ein. Legendär waren auch seine Fahrten mit dem Wohnmobil zu den Tischtennisfreunden in die Partnerstadt Neumarkt in der Oberpfalz.
Auch über den Tischtennissport hinaus engagierte sich Werner Gröger intensiv in der Sportunion Mistelbach: Von 1972 bis 1992 als Vorturner und Fachwart, anschließend bis 2004 als Obmann-Stellvertreter. Von den 1980er Jahren bis 2014 leitete er in den Sommermonaten die ÖSTA-Gruppe und erwarb selbst beeindruckende 30-mal das ÖSTA-Abzeichen. Noch viele Jahre darüber hinaus kümmerte er sich mit großer Begeisterung um die Kinder dieser Gruppe.
Sein unermüdlicher Einsatz wurde mit zahlreichen Ehrungen gewürdigt, darunter das Leistungsabzeichen in Bronze des NÖTTV und die Ehrennadel in Silber, das Goldene Ehrenzeichen der Sportunion Österreich, Sportehrenzeichen des Landes NÖ sowie das Ehrenwappen in Gold der Stadtgemeinde Mistelbach.
Wir verlieren mit Werner Gröger nicht nur einen Funktionär, Trainer und Sportler, sondern einen Menschen, der Vorbild war und viele nachhaltig geprägt hat. Sein Engagement, seine Menschlichkeit und seine Liebe zum Sport werden unvergessen bleiben. Sein Andenken wird in unserem Verein und weit darüber hinaus lebendig bleiben.
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